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Die grosse Ansprache


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Wie Unternehmen und Hochschulen mit interner Kommunikation für Weiterbildung werben

 

von Kerstin Schneider

Interne Kommunikation ist entscheidend, um für Bildungsinitiativen zu werben. Denn das schönste Weiterbildungskonzept nützt nichts, wenn es keiner kennt.
Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter informieren und Hochschulen ihre Fachbereiche und Hochschullehrer für Weiterbildungsinitiativen gewinnen.

Jedes Jahr im Januar startet die Telekom eine Kommunikationsoffensive, mit deren Hilfe Mitarbeiter für die Initiative Bologna@Telekom gewonnen werden sollen.
12 Bachelor- und 13 Masterstudiengänge können die Beschäftigten des Konzerns – Leistungsträger jeden Alters mit und ohne Abitur – berufsbegleitend studieren. Allein 220 Erstsemester starteten gerade zum Wintersemester 2011 / 12 an einer der sieben Partnerhochschulen – damit sind es insgesamt 430 Telekom-Studenten. Sie haben einen Bewerbungsprozess durchlaufen, erst im Konzern, dann ein Auswahlverfahren an der Hochschule, – und sie mussten sich darüber klar werden, dass sie studieren wollen, auch wenn es neben Beruf und Privatleben anstrengend werden wird. Wichtig ist: Darüber muss gesprochen werden.

Telekom und Deutsche Bahn wollen Mitarbeiter für ihre Bildungsangebote gewinnen

Transparenz ist für Eva Strube, Programmleiterin von Bologna@Telekom, bei dem internen Kommunikationsprozess entscheidend – für die potenziellen Telekom- Studenten, aber auch für die Führungskräfte, die »ein gutes Team mit ihrem studierenden Mitarbeiter bilden müssen«. Um Überzeugungsarbeit für das Programm zu leisten, wirbt Personalvorstand Thomas Sattelberger zum Auftakt bei allen Führungskräften per Mail für das Programm, und er ist auch beim Bologna-Infotag in
Bonn mit von der Partie. Hier gibt es konkrete Infos; alle Hochschulen sind vertreten und Studierende aus dem Konzern, die die Herausforderung Studium und Beruf schon angenommen haben. Weitere dezentrale Veranstaltungen der Konzerneinheiten werden durch einen Chat ergänzt, bei dem Mitarbeiter ihre Fragen loswerden können. »Vor allem jedoch haben wir im Team Bildungspolitik eine engagierte Kollegin, die Studienberatung macht«, sagt Eva Strube.

Auch die Deutsche Bahn hat ihre interne Kommunikation in der Weiterbildung jetzt erweitert. Wichtig war es dem Konzern, ein zentrales Informationsmedium zu
schaffen. Im Frühjahr ging eine Weiterbildungsplattform online, die über zertifizierte Lehrgänge, Fortbildungen und das berufsbegleitende Studium informiert, aber auch über Fördermöglichkeiten oder Lernkonzepte. Mitarbeiter können sich – ganz bequem zuhause am PC – informieren, welche Möglichkeiten sie für ihre berufliche Entwicklung haben. Da die Angebote auf der Plattform mit allen Geschäftsfeldern abgestimmt sind, ist sie als Infotool auch für Führungskräfte attraktiv.

Hochschulen trimmen Fachbereiche auf Weiterbildung

Während Konzerne Mitarbeiter für ihre Bildungsangebote gewinnen möchten, wollen die Hochschulen die Fachbereiche darauf einstimmen, in der akademischen Weiterbildung aktiv zu werden. Petra Boxler, Direktorin des Zentrums für Weiterbildung an der Universität Bremen, will Hochschullehrer mit Hilfe eines individuellen
Kommunikationskonzepts motivieren. Sie informiert in Fachbereichssitzungen und im Dekanat, spricht aber vor allem direkt mit Professoren. »Es geht darum, eine Übersetzungshilfe zwischen Hochschule und Praxis zu bieten. Einfacher wird es da, wenn es konkrete Ideen gibt«, sagt sie.

Interne Kommunikation heißt dabei, für die Angebote des Zentrums zu werben, das die Fachbereiche via Baukastensystem konkret bei den Planungsprozessen unterstützt: Es übernimmt das Projektmanagement, hilftbei der Erstellung der Studienordnung, informiert über qualitative Standards, bietet aber auch Räume an und Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit. »Viele Hochschullehrer sind überrascht über die breite Unterstützung und lassen sich dann leichter darauf ein, selbst in der Weiterbildung aktiv zu werden«, sagt die Direktorin.

Auch an der Technischen Hochschule Mittelhessen wurde vor mehr als drei Jahren ein Hochschulzentrum für Weiterbildung eingerichtet, das sich als Dienstleister für die Fachbereiche versteht. Direktor Ulrich Vossebein hat mit seinem Team die Werbetrommel gerührt. Er hat Newsletter versandt, die Professoren- und Fachbereichsversammlungen besucht und die Angebote des Zentrums in internen Publikationen beschrieben. »Immerhin haben wir es geschafft, dass aus allen Fachbereichen ein Kollege mitarbeitet«, sagt er. An einer FH sei es leichter, für Weiterbildung zu motivieren, weil viele Professoren durch die anwendungsorientierte Ausrichtung einen Bezug zur Praxis haben.

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Kerstin Schneider ist freie Journalistin und Autorin für die Themen Karriere, Bildung und Literatur, u. a. für Handelsblatt, Die Zeit, Wirtschaftswoche und Die Welt.

Eingestellt von Randy Eisinger am 22. November 2011 um 11:39

Tags: Bildung managen, Trends setzen, Bildungsmanagement, Kommunikation, Personalentwicklung, Weiterbildungsformate

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